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APC – eine Brücke in die Zukunft

Vor gut 10 Jahren kam ich zum ersten Mal nach Tsumeb in Namibia und durfte das Arts Performance Center, kurz APC, kennenlernen. Father Hans, ein wichtiger Gönner und Begleiter des Projektes hat mich nach meinem Studium der Elementaren Musikpädagogik zu dieser Reise ermutigt. Mitten in der Nacht war es, als ich dann vor gut 10 Jahren in Tsumeb angekommen bin. Freundlich wurde ich im Haus der Lehrpersonen empfangen, wo ich für die nächsten Wochen leben durfte. Meine beiden Mitbewohnerinnen haben mir viel über das Leben in Namibia und ihre Kultur erklärt. Ich fühlte mich sehr willkommen und integriert.

…..vor 10 Jahren im APC

Mein erster Eindruck vom APC? Ein grosses Staunen! Ich betrat eine grüne, lebendige Oase mitten in der Kleinstadt Tsumeb. Aus all den kleinen Häusern ertönte Musik, Kinder lachten und überall begegneten mir freundliche und offene Gesichter.  Gemeinsam mit den beiden PPME-Lehrerinnen (Pre-Primary Music Education) durfte ich im Teamteaching die Vorschulkinder unterrichten. Wir haben den Raum eingerichtet, Ideen ausgetauscht, zusammen gesungen, Geschichten kreiert, Ukulele gespielt und so Ideen für einen lebendigen, spielerischen Musikunterricht entwickelt. 

Was mich damals wie heute am meisten berührt sind die Kinder. Ihre Offenheit, ihre Freude und das Wissen, dass sie im APC einen geschützten Ort haben – fernab der Strasse, voller Musik und Möglichkeiten.

In den vergangenen Jahren hat sich vieles verändert. Viele der mir zu Beginn vertrauten Lehrpersonen haben das APC verlassen und sind neue Wege gegangen. Im APC haben sie ihren Rucksack mit wertvollem Wissen und Erfahrungen gefüllt und konnten darum den Schritt in neue musikalische Richtungen gehen. So gibt es beispielsweise immer wieder Lehrpersonen, welche in der Polizeiband oder der Armeemusik aufgenommen werden. Einige Lehrpersonen haben sich sogar selbständig gemacht und leiten heute ihre eigenen, kleinen Musikschulen oder sind als Solokünstler unterwegs. Leider gibt es auch Lebensgeschichten, die weniger von Erfolg geprägt sind. Nicht alle schafften den Sprung in ein selbsterfülltes Leben. Doch das APC bleibt in Bewegung. Neue Menschen kommen, neue Ideen entstehen. Die Energie ist spürbar und sie trägt. Das APC ist mehr als eine Musik- und Kunstschule. Es ist ein Ort zum Durchatmen, ein Raum für Gemeinschaft, für Entwicklung und Perspektiven. Musik wird hier nicht nur unterrichtet, sie wird gelebt.

Nach mehreren Kurzbesuchen in Tsumeb freut es mich besonders, dass die ZHdK einen solchen Austausch mit einer Gruppe von Studentinnen und Dozenten möglich gemacht hat und wir zusammen mit einer tollen Gruppe diese Reise unternehmen dürfen. Gemeinsam mit den Lehrpersonen durften wir neue Impulse im Musiklernen einbringen und aus den vorhandenen Strukturen lernen. Es entstand ein wunderbarer Austausch, ein gemeinsamer Groove. Für uns als Musikpädagog:innen bleibt die Erkenntnis: 

Gemeinsames Singen und Musizieren verbindet – egal in welcher Sprache. Musik macht mutig, Neues auszuprobieren und sich selber neu zu entdecken.

Das APC bietet den Kindern einen Ort zum Durchatmen. Sie dürfen für einige Stunden einfach nur Kind sein und sich in einem geschützten Rahmen bewegen. Die Kinder sind sehr offen und neugierig. Sie hören gut zu, sie lernen schnell und sie haben ihre Lehrpersonen sehr gern. Alle sind im APC willkommen und so wird Musik zu einer Selbstverständlichkeit. Musik wird gelebt und wirkt. Die Lehrpersonen nehmen ihre Aufgabe ernst und engagieren sich für die Kinder und für die Werte des APC.

Für die Zukunft wünsche ich dem APC eine stabile, selbsttragende Struktur und eine lokale Leitung, die das Projekt weiterführt. Und ich wünsche mir, dass noch viele Menschen diesen besonderen Ort erleben dürfen.

Denn Musik ist eine Brücke – zwischen dir und mir und in eine gute Zukunft.

Eva Barmet, ehemalige Studentin MA EMP


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